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Ruhe vor dem Sturm, Degenkolb verteidigt Gelb |
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Freitag, den 18. Juni 2010 um 19:34 Uhr |
Vier mutige Ausreißer, sechs aufmerksame Thüringer und letztlich über 90 "Friedensfahrer" prägten die vierte Etappe rund um Bad Berka, die aufgrund ihres Profils und unwägbarer Wechselwinde als Treibjagd durchs Ilmtal befürchtet worden war. Im Feld der Favoriten aber herrschte die meiste Zeit Ruhe.
Am Ende siegte der Schweizer Baer, der seinen verärgerten Fluchtgefährten Hümbert und Bodenschatz auf dem letzten von 143 Kilometern noch entwischte. Und schließlich siegte wohl auch der Thüringer John Degenkolb, der mit der engagierten Unterstützung seiner Energie-Kumpel die Australier gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen ließ und im Verfolgerfeld als 14. des Tagesklassements seine 3 bzw. 30 Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung vor Thimothy Roe und Dennis Rohan ziemlich souverän verteidigte.
Während sich der Schweizer mit dem Saarländer Michael Hümbert (Seven Stones) und dem Aachener Florian Bodenschatz (KED-Bianchi) sowie dem Belgier Kevin Eeckhout (Sunweb - Revor) schon nach der ersten Bergwertung vom Feld verabschiedeten, um nach Prämienpunkten zu jagen und ihren Vorsprung nach 40 Kilometern schon auf zwei Minuten ausgebaut hatten, erkundigte sich der Mann in Gelb beim Kameramann auf dem MDR-Motorrad hinter Oberroßla nach dem Spielstand beim WM-Kick der Deutschen gegen die Serben.
Später, als im 9314 Kilometer entfernten Porth Elizabeth das wenig motivierende 0:1 fiel, mussten dann die "Energetiker in Rot" noch ein paar Mal heftig in die Eisen treten, um den Vorsprung des Spitzenquartetts nicht allzu groß werden zu lassen. Nach dem ernüchternden Abpfiff in Südafrika aber herrschte wieder Ruhe im Feld. Es fahren ja keine Serben mit.
"Es war wohl auch die Ruhe vor dem Sturm", meinte Teamchef Jörg Werner im Ziel, "denn vor der Königsetappe in Masserberg wollte keines der Spitzenteams ein besonderes Risiko eingehen." Und Degenkolb wie auch Maximilian May und Lucas Schädlich sind der festen Überzeugung, dass bei dem Auf und Ab um Masserberg und der Bergankunft in 800 Metern Rennsteighöhe "etwas sehr Entscheidendes passieren wird".
Vor Bad Berka passierte nur noch an der Spitze Entscheidendes. Erst wurde der Belgier abgehängt, und schließlich trat der Schweizer zu Beginn der ansteigenden Zielgeraden so vehement an, dass die anderen zwei nur noch die Augen verdrehten und den "Bären" ziehen ließen.Zwei Minuten nach dem Tagessieger führte der Berliner Tino Thömel das Hauptfeld ins Ziel, in dem sich auch der Erfurter John Degenkolb befand.
Die 5. Etappe führt am Sonnabend mit Start und Ziel in Masserberg über 139 Kilometer und gilt mit fünf Bergwertungen am Rennsteig als Königsetappe. |